Mobiles Grillen

Ob Fisch, Fleisch oder Gemüse - wir grillen gerne im heimischen Garten. Aber auch für das Picknick, die Radtour oder den Urlaub haben wir gerne einen Grill dabei. Der Skotti ist der Hit.

In Hannover gibt es den Georgengarten. Das ist der Park mit der wohl höchsten Grill-Dichte der Stadt. Am häufigsten sind dort Tankstellen-Dreibeine mit Holzkohle oder die flachen Einweg-Grillschalen mit Anzündepapier anzutreffen. An den Bergen vor den Mülltonnen lässt sich das nach einem sonnigen Sommerwochenende immer sehr gut erkennen.

Gas statt Kohle

Da wir auch zuhause mit Gas grillen, war ich auf der Suche nach einer Alternative zur Kohle auch für das mobile Grillen. Weil die schwere und langsame Kohle doch eindeutig ein Nachteil für gerade dieses Einsatzgebiet ist, war ich dann überrascht, dass der Markt hier kaum etwas hergibt. Weber beispielsweise bewirbt seinen kleinsten Vertreter zwar explizit für den Einsatz unterwegs, wenn man aber nicht gerade mit dem Camper sondern mit dem Fahrrad durch die Gegend fährt, ist das schwere Teil keine wirkliche Lösung.

Skotti

Offenbar hat hier auch ein findiger deutscher Ingenieur Handlungsbedarf gesehen und mit dem Skotti einen Reisegrill erst für sich und mittlerweile für den Rest der Welt entwickelt. Alle Teile sind in einer stabilen Tasche aus LKW-Planen untergebracht und dadurch so flach verstaut, dass sie auch in einen nicht zu kleinen Rucksack passen. Das Set wiegt etwa drei Kilo.

Steckt man die ersten fünf Teile aus massivem Edelstahl zusammen, so hat man einen Korpus den man schon mal als Feuerschale verwenden oder in Kombination mit dem Grillrost und Kohle bereits zum Grillen nutzen kann. So richtig cool wird es aber durch den Gas-Betrieb, für den man statt der Kohle einen Brenner samt Abstrahlblech einsetzt und eine handelsübliche Schraub-Kartusche anschließt.

Nach dem Einsatz kühlt das Teil recht schnell wieder ab und wird zurück in die dicht abschließende Tasche gesteckt. Zuhause lässt sich alles gut von Hand oder in der Spülmaschine reinigen.

Vorteile

Super finde ich die Mobilität: In lediglich einer knapp 4cm dicken Tasche ist, abgesehen von Grillgut und Gaskartusche, alles was man braucht. Streichhölzer und eine kleine Grillzange (s.u.) habe ich dort auch gleich drin und somit noch nie vergessen. Zudem ist der Skotti sehr stabil und nach etwas Übung auch schnell aufgebaut. Zügig geht auch - anders als bei Kohle - das Anschmeißen und Loslegen und mit dem Rädchen am Gasschlauch lässt sich der Durchfluss und somit die Power sehr gut regulieren. Noch nicht genutzt habe ich den Einsatz mit Kohle oder als Feuerschale - aber für die Zukunft habe ich gerne die Multifunktionalität dabei. Das Reinigen ist zuhause in zehn Minuten erledigt und der Grill steht für den nächsten Einsatz bereit. Das Müll-Problem entfällt unterwegs und das Gas ist so ziemlich überall zu kaufen.

Nachteile

Eigentlich gibt es nichts zu meckern. Den Umgang mit der Hitzeverteilung muss man lernen: Auf der Seite des Gaseintritts wird das Rost deutlich heißer. Aber ich finde es gut, die fertigen Würstchen bis zum Essen auf der anderen Seite kontrolliert warmhalten zu können. Indirekt grille ich auch zuhause viel - gerade das Gemüse oder der Fisch braucht nicht immer Vollgas.

Durch die Steck-Konstruktion kann es passieren, dass sich Fett und Marinade an Skottis Füßen sammelt. Aber der ganze Grill kann beim Gas-Betrieb einfach auf die abwischbare Trageplane gestellt werden. Hinsichtlich Hitzeentwicklung nach unten war ich positiv überrascht - dennoch würde ich ihn nicht auf leicht brennbare oder empfindliche Untergründe stellen.

Personenanzahl und Verbrauch

Eine vierköpfige Familie ist ratzfatz satt gemacht. Und auch eine größere Gruppe kann mit der etwa DIN A4-Grillfläche ganz gut verköstigt werden, wenn man dann eher auf Bratwürste, Spieße oder Buletten denn auf Steaks und Rippchen setzt und sich etwas Zeit lässt.

Zu viert verbrauchen wir unter sommerlichen und nicht zu windigen Bedingungen zwischen 40 und 50 Gramm Flüssiggas. Es reicht hierfür also theoretisch das Mitnehmen einer 100g-Kartusche. Die sind schön klein, aber auch verhältnismäßig teuer. Der Grundpreis bei der von mir genutzten Marke Primus liegt hier beispielsweise bei etwa 50 Euro pro Kilo und halbiert sich nahezu, wenn man zur 230er-Kartusche greift. Nochmal günstiger aber auch schon etwas klobig sind dann die 450er. Verwende ich also die mittlere Größe, kostet mich ein kleines Familiengrillen etwa zwei Euro für das Gas.

Achtung: Nicht zu Stech-Kartuschen greifen, sondern aufs Schraubgewinde achten, sonst klappt es nicht. Die sind aber eh besser, da man sie auch halbvoll wieder mit nach Hause nehmen kann.

Die Umrüstung auf den Betrieb mit 5- oder 11-Kilo-Flaschen ist auch möglich und vielleicht nicht uninteressant, wenn man im Camper lebt.

Skotty und Trangia
Auch zusammen mit dem Trangia macht der Scotty eine gute Figur.

Meine Tipps

  1. Die für mich optimale Reinigungsmethode ist die Handwäsche mit ako-Pads. Das sind die kleinen, feinen Stahlwolle-Pads, die auch gleich Spülmittel enthalten und im Supermarkt zu finden sind. Funktioniert prima.
  2. Ich habe früher noch nie etwas von einer Küchenpinzette gehört. Die ist aber super als Grillzange geeignet und passt zudem problemlos noch mit in die Skotti-Tasche. Mein Modell ist etwa 35cm lang, aus Edelstahl und hat um die 12 Euro gekostet.

Fazit

Mich begeistert der Skotti total und Picknicks machen mir jetzt noch viel mehr Spaß. Hinsichtlich Verarbeitung und Stabilität habe ich keinerlei Bedenken und erwarte, dass der Grill auch noch in vielen Jahren funktioniert. Ohne großartige Rauchentwicklung und den beim Kohlegrill obligatorischen Müll ist man nahezu unauffällig.

Beim letzten Camping-Urlaub wurde ich fast täglich auf den Grill angesprochen und war erstaunt, mit was für vorsteinzeitlichen Grillgeräten die Leute vor Ihren 100K-Campern saßen…

Der Beitrag ist aus eigener Motivation ohne kommerziellen Anreiz entstanden und enthält nur meine Meinung. Das Produkt bzw. die Dienstleistung habe ich gekauft - nicht der Anbieter den Artikel.

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