Familienzelt Wechsel Voyager

Unser Familienzelt ist nun schon seit drei Jahren unser Heim auf Campingplätzen. Ein guter Zeitpunkt für ein Zwischenfazit.

Das Voyager aus der Travel-Line von Wechsel ist offiziell ein Vier-Personen-Zelt in Tunnelform. Voll belegt wäre es bei den Innenmaßen von 2,20 x 2,30 Metern aber arg kuschelig. Toll sind die Stehhöhe von 1,80m sowie die Apsis, die als Aufenthaltsraum genutzt werden kann und Platz für Kühlbox und Stühle bietet. Das Gesamtpaket wiegt etwa 6,5 Kilo.

Aufbau

Grundsätzlich lässt sich das Zelt alleine aufbauen, eine weitere helfende Hand ist aber vor allem bei Wind von Vorteil. Die Anleitung ist am Packsack befestigt und kann daher nicht verloren gehen. Drei stabile Aluminium-Stangen tragen die ganze Konstruktion, sorgen aber beim ersten Aufbauversuch für Verwirrung, da Wechsel es für selbsterklärend hält, dass rot markierte Stangenenden in gelb markierte Kanäle einzuführen sind. Eine weitere Schwierigkeit ist für mich jedes Mal, dass im große Haufen Stoff erst mal der Eingang und somit die richtige Seite gefunden werden will. Das Innen- und Außenzelt eigentlich dauerhaft miteinander verbunden sind macht hier die Orientierung noch etwas schwerer. Aber natürlich hat es den Vorteil, dass man das Innenzelt nicht erst getrennt aufstellen muss.

Ausstattung

Der Eingang zum Innenzelt ist mit einem Fliegennetz ausgestattet und hält alle Plagegeister ab und die hochgezogenen Ränder der Bodenwanne schützen nachweislich perfekt vor Feuchtigkeit: Bei einem schweren Gewitter mit Starkregen bildete sich ein kleiner Strom unter dem Zelt. Das konnten wir fühlen, blieben aber komplett trocken. Die Angaben zur Wassersäule sind 5000mm und 7000mm (Boden).

Dieses Wetterereignis hat mir auch nochmal die Relevanz möglichst vieler Abspannpunkte vor Augen geführt. Hiervon gibt es ausreichend. Die leicht reflektierenden Schnüre lassen sich zur Reduzierung des Aufbau-Durcheinanders in praktische Täschchen verpacken, welche dann nach dem Aufbau als kleine Fähnchen vor den aufgespannten Stolperfallen warnen. Durchdachte Spanner erleichtern die Regulierung der Länge der Schnüre und zusätzliche Zurrgurte bringen dann schließlich Spannung auf den Stoff.

Klischeehaft unbrauchbar sind die mitgelieferten Heringe. Hier stimmen weder Stabilität noch Halt. Die Investition in Groundhogs von MSR lohnt.

An den Seiten des Innenzeltes sind große Netztaschen vernäht, die gemeinsam mit den Netzfächern der Apsis eine gewisse Ordnung ermöglichen.

Durch eine fest vernähte Stoffbahn lässt sich das Innenzelt optional im Verhältnis 2:3 in zwei Kabinen mit seperaten Eingängen teilen.

Das Innenzelt lässt sich von der Außenhülle trennen. Hierdurch könnte man zweiteres auch alleine nutzen, während das Innenzelt alleine nicht stehen kann. Das Aufstellen und Verpacken kann aber auch bequem verbunden erfolgen.

Entsprechende Aufsteller sorgen für eine gute Luftzirkulation und Belüftung, so dass wir im Sommer nie Probleme mit Kondenswasserbildung hatten.

Alle Reisverschlüsse schließen wie am ersten Tag und sind auch auf Spannung sehr zuverlässig. Auch mit der übrigen Qualität bin ich sehr zufrieden. Irgendwie habe ich mir im Bereich der Apsis ein kleines Loch eingefangen - das kann ich aber ignorieren, da es an der Stelle dank Ripstop-Gewebe nicht weiter aufrippelt.

Zubehör

Das Groundsheet nutze ich nicht nur zum Schutz des Zeltbodens, sondern auch dafür, den eigentlich freien Bereich der Apsis zu bedecken. So trägt man weniger Dreck in das Innenzelt und hat es etwas gemütlicher.

Zudem gibt es noch einen "Wing" genannten "Anbau", der den Vorraum erweitert und als Tarp mit Schnallen am eigentlichen Zelt befestigt wird. Den haben wir uns nicht angeschafft.

Den Boden des Innenzeltes legen wir zudem mit einer großen Loden-Decke aus. Sie verhindert das Geraschel, kalte Arme die nachts von der Matratze rutschen und sorgt ganz allgemein für mehr Kuscheligkeit.

Fazit

Wir sind mit unserem Wechsel-Zelt sehr zufrieden und ich fluche beim Aufbau immer nur ganz leise und kurz. Wenn man die Heringe gleich am ersten Tag durch vernünftige ersetzt, hat man lange Freude am mobilen Heim.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Packsack. Hier gibt es auf dem Markt deutlich praktischere Lösungen der Verstauung, als die knappe "Oben-reinstopf"-Variante, bei der zudem das Zurrband ziemlich billig ist.

Die Größe ist für drei Leute ideal - wir schlafen aber auch, anders als wohl vorgesehen, parallel zum Eingang, da wir gerne noch etwas Platz im Kopf- und Fußbereich haben. Ein weiterer Gast wäre bei schmaleren Isomatten sicher möglich, mir für mehr als eine Nacht und mit Gepäck aber zu viel.

Hinweis: Ich habe den Artikel selbst gekauft und der Anbieter nicht den Artikel. Man kann meine Meinung also Werbung nennen, muss es aber nicht. Wenn ich etwas berichtenswert finde, schreibe ich einfach drüber.

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